Breath - Atem von James Nestor

15.02.2021

Buchbesprechung von Ursina Friedli

Buchempfehlung «Breath – Atem» von James Nestor, erschienen im Piper-Verlag.

Innerhalb einer Woche meldeten sich kürzlich zwei Klienten, weil sie das 2020 in New York erschienene Buch «Breath» von James Nestor gelesen hatten. Damit war meine Neugier geweckt, ich kaufte es mir auch und begann es zu lesen. Mit Begeisterung!

Schon lange hat mich ein Buch über «die vergessene Kunst des Atmens» (Untertitel) nicht mehr so gepackt. Leichtfüssig schreibt Nestor über seine fundierten Nachforschungen und Selbsterfahrungen – er ist Journalist, Apneutaucher und früher Mundatmer. Er verbindet unser Entstehen vor Millionen Jahren mit unserer modernen Kultur. Er zeigt die Bedeutung des guten Kauens für das freie Atmen ebenso auf wie jene des Kohlendioxids bei Angst- und Panikstörungen. Er geht dem Suchen und Experimentieren der «Pulmonauten» (so nennt er jene einsamen Forscher, die sich dem Atmen widmen) nach – sei es Grof, Buteyko, Patrick McKeown, Wim Hof, Olsson in Schweden, Alexandra David-Néel (von der ich noch nie etwas gehört hatte, die sich aber Anfang des 20. Jhdt. in tibetischen Klöstern dem Atmen widmete) u.v.m. Bei den noch Lebenden hat er sich persönlich informiert und ihre Methoden ausprobiert.

Nestor beschreibt umfassend, kritisch und ohne eine bestimmte Methode verkaufen zu wollen in einer leicht verständlichen Sprache, so dass ich mir auch merken kann, was er vermittelt. Sehr Vieles hatte ich schon irgendwo gehört oder gelesen, und doch gab es viele spannende neue Impulse und Einzelheiten. Vor allem wurden mir Zusammenhänge, neu formuliert, wieder deutlich, und ich fühle mich mit unserer Buteykoarbeit rundum bestätigt. Am Schluss des Buches beschreibt er noch die diversen Techniken, die das Atmen verbessern: von Yoga über Buteyko zum Kaugummi kauen…

Im Anhang belegt er alle seine Quellen, die oft auch wieder interessante Details enthalten.

Was fehlt: Middendorf und der Erfahrbare Atem sind mit keinem Wort erwähnt ☹.

richtig atmen mit mundschutz

13.02.2021

Mitochondrien

01.12.2020
Sehr interessantes Interview über die Rolle der Sauerstoffverteilung und der Energiegewinnung durch die Mitochondrien. Man sieht auch so schön, wie sich die Mitochondrien dorthin fortbewegen, wo sie gebraucht werden:

https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=LJjiWn0JNiw

Atrikel Mediaplanet

31.03.2018

10.9.19

Am Kursleiterinnentag des Vitaswiss Verbands vom 21.9.2019 in der Schweizer Paraplegiker Stiftung in Nottwil wird Martina Pecka einen Vortrag über die Buteyko Methode halten.

 

 

 

 

Artikel erschienen in der Ausgabe Mediaplanet vom 26. März 2018

  1. Was ist die Buteyko-Atemmethode

Buteyko - ein einfaches, hilfreiches Programm im Umgang mit dem Atem bei chronischer Hyperventilation, das darauf abzielt, die Atmung wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Chronisches zuviel atmen ist eine Störung, die oft wenig verstanden und erforscht wird. Bleibt die Hyperventilation über längere Zeit unerkannt, hat sie gravierende gesundheitliche Folgen. Die Methode zeigt auf, wie sich unsere Lebenshaltung auf unseren Atem auswirkt. Dies zeigt sich in verschiedensten körperlichen Symptomen und Krankheitsbildern, unter anderem Allergien. Die Buteyko-Methode hilft zu erkennen, ob eine chronische Hyperventilation besteht und deren Ursachen zu entdecken.

Sie bietet Übungen und Verhaltensweisen an, welche den Atem regulieren. So vermindern sich die Symptome oft nach kurzer Zeit.

 

2. Wo findet die Methode ihren Ursprung

Der Moskauer Arzt Konstantin Buteyko entwickelte Mitte des 20. Jahrhunderts eine einfache, medikamentenfreie Atemtherapie für Asthma, Hyperventilation und andere Atemprobleme, basierend auf der Erkenntnis, dass viele Krankheitssymptome durch Überatmung entstehen. Die Methode wurde in Russland 1980 offiziell anerkannt und ist dort seither gängige Praxis bei Asthma. Ein Asthmatiker, der mit «Buteyko» beschwerdefrei wurde, brachte die Methode nach Australien, von wo aus sie sich weiter ausbreitete. 2008 wurde sie von der British Thorax Society mit der höchsten Wirksamkeitsbewertung bei Asthma ausgezeichnet. In Deutschland wurde sie 2013 von der Bundesärztekammer als „nützlich“ anerkannt, weil sie „nachweislich Symptome und den Verbrauch von bronchienerweiternden Sprays reduziert.“

 

3. Wie wirkt die Buteyko-Atemmethode und wem hilft sie?

Die Atemmethode reguliert das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut und verhilft zur besseren Sauerstoffversorgung im Gewebe. Sie stellt das biochemische Gleichgewicht wieder her. Sie beruhigt das Nerven- und Immunsystem. Der Körper reagiert angemessener auf Allergene. Die Muskulatur entspannt sich, das Herz schlägt ruhiger, die Nase geht auf, die Bronchien weiten sich, Atmen wird leicht.
Zeichen von zu viel atmen können sein: Enge im Brustkorb, Atemnot, Überreaktionen des Immunsystems, Heuschnupfen, Ängste, chronischer Husten und Erkältungen, Schnarchen, Apnoe, ständig verstopfte Nase oder Asthma.
Mit der Buteyko-Methode lernen Betroffene, den Atem zu reduzieren und Verhaltensweisen, um ihn wieder in ein gesundes, den Lebensumständen angepasstes Gleichgewicht zu bringen.

Höhentraining

23.05.2017

          Höhentraining mit der Atemmethode nach Dr. Konstantin Buteyko

Die Buteyko - Atemtechnik kann zur Höhenakklimatisierung und für mehr Ausdauer und Leistung beim Sport genutzt werden. Sie ist natürlich, eine Alternative zum herkömmlichen Höhentraining (Hypoxiekammer, Aufenthalt in großen Höhen) und leicht zu erlernen.

Über eine gezielte Atemkontrolle wird die Sauerstoffverfügbarkeit und Verteilung optimiert.

Kohlendioxid spielt die wichtigste Rolle bei der Atemregulation. Je mehr Kohlendioxid, umso leichter wird der Sauerstoff an Muskel, Gehirn und Gewebe abgegeben. Zum Beispiel basiert die Wirkung von Diamox, einem in der Höhenbergsteigerei oft eingesetzten Medikament, auf der vermehrten Kohlendioxidverfügbarkeit. Mit der Buteyko-Atemtechnik lässt sich die Kohlendioxidtoleranz erhöhen. Das, bei gleichzeitiger Sauerstoffknappheit , triggert die natürlichen Anpassungsmechanismen des Körpers an Situationen, wie sie in großen Höhen und bei exzessivem Training entstehen.

  • Die Niere produziert mehr EPO /Erythropoetin, blutbildungsanregendes Hormon,das sich langsam, natürlich und legitim erhöht.
  • Die Milz entlässt mehr rote Blutkörperchen ins Blut. Der Hämatokrit steigt.
  • Hämoglobin wird vermehrt gebildet.

Unter sachverständiger Anleitung können Ergebnisse, gleichzusetzen einem Training zwischen 2500 und 4000 Metern, erzielt werden.

Weitere positive Effekte sind weniger Muskelkater und eine schnellere Regeneration.

Eine angepasste Atmung wirkt protektiv auf Herz und Homöostase!

Für Trekkingtouristen empfiehlt sich ebenfalls ein praktisches Vertraut werden mit den Prinzipien  der Atmung. Im Vorfeld können die Körpereigenen Mechanismen für den Fall einer Sauerstoffknappheit aktiviert werden um dann vor Ort die Ressourcen durch richtiges Atemverhalten zu erhalten, zu verbessern und zu nutzen.

Verwiesen sei hiermit auf das Buch „The Oxygen Advantage“ von Patrick McKeown, erschienen in englischer Sprache. Er beschreibt detailliert, wie die Buteyko-Atemtechnik zum Höhentraining für Sportler und Bergsteiger genutzt werden kann. Er erklärt die biochemischen Vorgänge und Regelkreise, führt Studien und Fallbeispiele auf.  Das Buch ist sehr präzise recherchiert und basiert auf nachvollziehbaren Grundlagen und Quellen. Er führt Spitzensportler an, die ihre Leistung durch eine optimale Balance der Atemgase noch einmal steigern konnten. Im französischsprachigen Raum, in der Zeitschrift „Sport et Vie“ ist ein Artikel über Buch und Thema auf die Titelseite. (N°162 – mai/juin 2017)

Schlafapnoe

12.01.2017
https://www.youtube.com/watch?v=cxEWHV67JIU

Mundatmung und Zahnstellung

12.01.2017
https://www.youtube.com/watch?v=sOJfQqQw1Vc

Asthma

12.01.2017
https://www.youtube.com/watch?v=znceXNd0bcY

Übers Schnarchen

31.12.2016

Interessantes übers Schnarchen:

https://somnipax.eu/schnarchformen/

Atmung und Angst

24.12.2016

Interessanter Artikel über Atmung und Angst:

http://neurosciencenews.com/memory-fear-breathing-5699/